< Die „Österreich“ kommt bis 2018 wieder auf Deck 24.08.2017

„Alte Dame“ kommt in Form

Presse-Artikel "Heimat" (Rubina Bergauer): In der Werft in Fußach laufen die Arbeiten auf Hoch-touren – die MS Oesterreich erhielt neue Aufbauten. Von Rubina Bergauer


Diese und vergangene Woche wurden die Aufbauten für die MS Oesterreich mit Sondertransporten aus Linz angeliefert. In Fußach werden die Bauteile jetzt verschweißt.

Fast genau ein Jahr nach der Auswasserung der MS Oesterreich wurden dieser Tage nun die Aufbauten für das Hauptdeck montiert. Diese waren in den vergangenen zwei Wochen mit Sondertransporten von der Werft ÖSWAG Linz nach Fußach geliefert worden. Der gesamte Aufbau ist 32 Meter lang und wurde für die Fahrt nach Vorarlberg in sechs Sektionen zerlegt und auf jeweils drei Tiefladertransporter mit einer Breite von sechs Metern verladen. Die Strecke von Linz nach Fußach wurde nachts und in Polizeibegleitung zurückgelegt. Am Bestimmungsort wurden die riesigen Bauteile mithilfe eines Krans eingehoben und angepasst. „Dazu mussten aber zuerst große Teile der Einhausung des Schiffes vorübergehend entfernt werden“, berichtet Jürgen Zimmermann, Co-Obmann des Fördervereins Museumsschiff Oesterreich. Erfreut zeigte sich Zimmermann ob des reibungslosen Ablaufs der Aktion: „Die Fahrer sind sehr pünktlich in Fußach angekommen, die Einhebung der Bauteile war spektakulär und hat perfekt funktioniert. Alle Beteiligten haben wunderbare Arbeit geleistet und so konnten die Tieflader bereits im Laufe des Vormittags wieder nach Linz zurückfahren.“

Gegen die Zeit. In Fußach wird nun der gesamte Aufbau verschweißt. In den kommenden Wochen soll die Restaurierung des Schiffes weiter voranschreiten. Unter anderem ist der auf-wändige Einbau der Ruderanlage sowie der Fenster geplant. Auch die Konservierung – sprich Beschichtung des Unterwasserschiffes steht an sowie die Montage der Propellerwellen und Propeller. Ein Großteil dessen sollte geschehen, solange die Oesterreich noch in ihre Einhausung verpackt und somit vor Wind und Wetter geschützt ist. Es gestalte sich fast als Wettlauf, den Zeitplan einigermaßen einzuhalten, räumt der Co-Obmann ein. „Die Herausforderungen bei der Restauration eines alten Schiffes kann man nicht vergleichen mit einem Neubau. Da gibt es die ein oder andere Überraschung.“ 

Ursprünglich war geplant, das Schiff in der Version von 1952 wiederherzustellen – die Aufbauten wären dabei erhalten geblieben, das Ganze hätte zwischen 3,5 und 4 Millionen Euro gekostet. Das war jedoch nicht möglich, da sich im Laufe der Arbeiten herausstellte, dass der innere Zustand doch schlechter war als zunächst vermutet (die NEUE berichtete). Nun wird die MS Oesterreich auf den Stand von 1928 rückgebaut. Das Vorhaben stehe auf sicheren Beinen, auch wenn die Arbeiten an dem Schiff vielleicht etwas länger dauern als ursprünglich vorgesehen, betont Jürgen Zimmermann. Mit den Experten der ÖSWAG Werft Linz seien zudem äußerst kompetente Partner für die Restaurierung des historischen Wassergefährts gefunden worden. Ziel ist es, dass die Oesterreich bis Herbst 2018 wieder im alten Glanz erstrahlt und vom Stapel laufen kann.

 

 

INFORMATION

MS Oesterreich

Die MS Oesterreich ist ein 1928 in den Dienst gestelltes Schiff, das die Ära der modernen Die-selmotorschiffe am Bodensee einleitete. Seit 2016 laufen die Restaurierungsarbeiten.